Die Teilnehmenden des "Schichtwechsel" zusammen mit dem Planungsteam des "Schichtwechsel" und dem Leitungsteam der CWL
Im persönlichen Austausch lernten die Teilnehmenden die Arbeits- und Lebensrealität des jeweils anderen kennen, gewannen neue Perspektiven auf die Arbeitswelt und bauten gemeinsam Vorurteile ab. Mit rund 400 teilnehmenden Werkstätten und insgesamt rund 5.000 Tauschpartnerinnen und -partner setzte der "Schichtwechsel" 2026 seinen Erfolgskurs fort und knüpft an die Rekord-Beteiligung des vergangenen Jahres an. Die Caritaswerkstätten Langenhorst waren in diesem Jahr zum dritten Mal dabei. Der Aktionstag fand am Standort in Steinfurt statt. Hier betreiben die Caritaswerkstätten ein Zweigwerk.
Während eines kurzen Rundgangs durch den Standort erläutert ZWL Sascha Bajorath vor dem Arbeitseinsatz den Teilnehmenden der Unternehmen Aufgaben und Produktion der Werkstatt.
Mit der Teilnahme vieler Abgeordneter, Bürgermeister*innen und Landrät*innen im gesamten Bundesgebiet wurde deutlich, dass der "Schichtwechsel" auch auf politischer und kommunaler Ebene als wichtiger Anlass für Dialog und Begegnung wahrgenommen wird. "Wir möchten darauf aufmerksam machen, wie viel Potential - gerade auch im Hinblick auf den Arbeitskräftemangel - in Menschen mit Behinderungen steckt und für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt werben", betont Werkstattleiter Alexander Lürwer. "Der Aktionstag 'Schichtwechsel' ist die Gelegenheit, voneinander zu lernen und gemeinsam den Weg in eine inklusivere Gesellschaft zu gehen", ist auch der Werkstattratsvorsitzende Henning Hillenkötter vom Zweigwerk Emsdetten überzeugt.
Fabian Steinwandt im Büro des Landrats Dr. Martin Sommer
Während die Beschäftigten aus den Caritaswerkstätten im Rahmen des "Schichtwechsels" Erfahrungen in Berufsfeldern des allgemeinen Arbeitsmarktes sammelten, erhielten Mitarbeitende aus Unternehmen. Einblicke in die Arbeit von und mit Menschen mit Behinderungen. An der Aktion nahmen das UKM Marienhospital, die Stadtwerke Steinfurt, die Polizei Steinfurt, die Firma Rolinck und Dr. Martin Sommer als Landrat des Kreises Steinfurt teil. Auf diese Weise hilft der Aktionstag dabei, gegenseitig Vorurteile und Klischees abzubauen und ermöglicht persönliche Begegnungen auf Augenhöhe.
Bianca Bruns im Labor der Fa. Rolinck
Als Beschäftigte durfte Bianca Bruns bei der Firma Rolinck berufliche Erfahrungen machen. Sie konnte unter anderem Einblicke gewinnen in das Abfüllen von Getränken, Testproben nehmen und die Logistik erkunden. Fabian Steinwandt übernahm für einen Vormittag die Aufgaben von Landrat Dr. Martin Sommer. Neben der Nachempfindung von der intensiven Termingestaltung des Landrates bis zur Abstimmung von Projekten konnte er Einsicht in die Arbeit beim Kreis bekommen.
Zum Austausch mit den Stadtwerken Steinfurt besuchte Jörg Serafiniak das Wasserwerk, eine Biogasanlage und konnte bei den Stadtwerken diverse weitere Tätigkeiten kennenlernen. Markus Bröker war beim UKM Marienhospital im Einsatz. Dort konnte er ein Gefühl für die Arbeit am Empfang und den Prozessen, beispielsweise bei Personalübergabegesprächen, bekommen. Außerdem wurde ihm die Anwesenheit bei einer Untersuchung ermöglicht.
Simone Schulz freut sich über die Einblicke bei der Polizei.
Simone Schulz war zum Austausch bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt. Als Ersatz für Hans-Dieter Hermann konnte sie mit den Kolleginnen und Kollegen der Polizei auf Streife gehen. Einen Tag im Streifenwagen im Kreis Steinfurt erleben, inklusive Einsatzbeobachtungen der Spurensicherung und Aufnahme von Personalien konnte sie im diesem Austausch kennenlernen.
"Sehr informativ, abwechslungsreich und menschlich gesehen faszinierend, welche großartige Arbeit geleistet wird. Ein toller Tag", sagt Thomas Wiesner von der Firma Rolinck. Er durfte insbesondere in der Elektrogruppe Einblicke in die Arbeit gewinnen. "Es war superspannend, toller Perspektivwechsel zum persönlichen Alltag. Ich finde solche Projekte sehr wichtig, damit man die Arbeit, die speziell in den Werkstätten geleistet wird, nicht aus den Augen verliert", so Nina Rölver von den Stadtwerken Steinfurt. Sie hat in einer Montagegruppe Brillenputztücher verpackt und am Arbeitstisch der Verpackung mitgearbeitet.
Ralf Winter vom UKM im Austausch in der Schreinerei in Steinfurt
"Für mich ist heute Feiertag. Es war ein toller Tag. Besonders hat mich die Herzlichkeit in der Arbeitsgruppe fasziniert und die Motivation der Beschäftigten an ihrer Arbeit", so Hans-Dieter Hermann von der Polizei Steinfurt, der Eindrücke der Arbeit in einer Montagegruppe erlangen konnte.
"Ich habe mir den Tag ganz anders vorgestellt, da ich sonst keinen Bezug zu Werkstätten hatte. Es war abwechslungsreich und besonders hat mir die Bereitschaft aller Beschäftigten gefreut, ihre Arbeit zu erklären, und wie motiviert gearbeitet wurde", so Ralf Winter vom UKM Marienhospital. Eingesetzt war er in der Schreinerei in Steinfurt und mit Einblicken in die Arbeit am Empfang.