Zum Aktionstag "Neue Talente entdecken: Menschen mit Behinderung in Unternehmen" hatten die drei Werkstatt-Einrichtungen am 22. September eingeladen. Etwa 60 Vertreterinnen und Vertreter - unter anderen der Leistungsträger, des Kreises Steinfurt, der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer und natürlich der Unternehmen - waren in das Südstadtquartier der Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) nach Ibbenbüren gekommen. Die Gäste erlebten ein kurzweiliges Programm mit Informationen aus erster Hand von Menschen mit Behinderungen, aber auch von den Fachdienst-Mitarbeitenden über Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
"Erfolg braucht Organisation", formulierte Andreas Laumann-Rojer als Vertreter der Ledder Werkstätten. Und die haben die drei Einrichtungen in den vergangenen Jahren geschaffen und erfolgreich viele Menschen aus den Werkstätten in die Unternehmen begleitet. "Firmen sollten es einfach ausprobieren", sagte Landesminister Karl-Josef Laumann, der den drei Unternehmensvertretern auf dem Podium - Nazan Uskaner (Edeka in Steinfurt), Sabrina Rauf (Taxiunternehmen in Ibbenbüren) und Lars Albermann (Landmaschinenfirma Krone in Spelle) - ausdrücklich für ihr Engagement dankte. Die drei berichteten später eindrücklich, wie Inklusion in ihren Unternehmen funktioniert. Nazan Uskaner: "Bei uns ist das Grundverständnis für Menschen mit Behinderung eine Einstellungsvoraussetzung!"
Auf die unglaublich große Vielfalt an Talenten spielte Udo Nospickel, Werkstattleiter der Emstor-Werkstätten an: "Wir haben zusammen fast 2500 Talente, die wir gemeinsam in Arbeit bringen. Wir müssen Mut machen, diese Talente zu entdecken!" Auf die Fähigkeiten müsse man schauen und immer wieder den Mut zum nächsten Schritt machen, betonte Alexander Lürwer von den Caritaswerkstätten Langenhorst.
Minister Laumann vermutete "viele Informationsdefizite bei Firmen". Immerhin rund 3,6 Prozent der Beschäftigten würden schließlich inzwischen jährlich den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wagen. Das sei ein "bunter Strauß" an möglichen Wegen, so Laumann, und dann gebe es ja auch noch die Inklusionsunternehmen. Wichtig für diese Menschen sei das Rückkehrrecht in die Werkstätten. Der Minister hält die möglichst frühe Förderung, schon während der beruflichen Bildung, für sehr wichtig. Und: Alle Werkstätten hätten längst eine gute Struktur zur Identifizierung dieses Personenkreises entwickelt. Daher hält der Minister Werkstätten für Menschen mit Behinderung für "unverzichtbar".
Zudem bat Moderator Christian Holterhues von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt) Beschäftigte aufs Podium, die von sich und der Arbeit in "ihrer" Firma berichteten. Ob Dorfladen in Greven-Gimbte, das neue Krone-Lager mit der Außenarbeitsgruppe oder der Edeka-Markt in Steinfurt - alle sind bestens integriert und tun ihre Arbeit gerne. Dazu und zu den Aufgaben der jeweiligen Fachdienste zur beruflichen Inklusion der drei Werkstätten gab es zum Abschluss Informationen an den Ständen.
"Neue Talente entdecken" setzt den Weg fort, den das "Bündnis für Arbeit und Inklusion im Kreis Steinfurt", in dem auch die drei Werkstätten mitarbeiten, seit Jahren geht: Austauschformate, Infoveranstaltungen und immer praktische Beispiele würden neue Beschäftigungsperspektiven ergeben, so Christian Holterhues. Minister Karl-Josef Laumann ergänzte beim Aktionstag: "Arbeit ist immer noch der beste Ort für eine gelingende Inklusion!"



