Medienkonsum

Wussten Sie, dass...

  • ...unter 30-Jährige etwa sechs Stunden am Tag im Internet unterwegs sind?
  • ...22,4 Prozent der 12 bis 17-Jährigen eine problematische Nutzungsweise von Medien aufweisen?
  • ...in dieser Altersstufe mehr Mädchen als Jungen einen schwierigen Umgang mit Medien entwickeln?
Was ist Interface Extended?

Interface Extended ist ein Beratungs- und Präventionsprojekt bei exzessivem Medienkonsum. In Beratungsgesprächen können sich Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Angehörige mit der Mediennutzung auseinandersetzen. Multiplikatoren, Schulen und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe können im Rahmen von Präventionsveranstaltungen einen bewussteren Umgang schaffen und problematischer Nutzung vorbeugen.

Im ICD-11 soll die Gaming-Disorder (Online-Spielsucht) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum ersten Mal in den Katalog für Krankheiten aufgenommen werden. Mit der Beteiligung an dem Projekt Interface Extended ist es uns ein wichtiges Anliegen, dieser Weiterentwicklung und der zunehmenden Digitalisierung gerecht zu werden.

Beratungsansatz

Zocken, Surfen, YouTuben, Streamen, Posten und vieles mehr sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Für Viele stellt der Umgang mit Medien als Freizeitaktivität kein Problem dar. Leiden jedoch andere Lebensbereiche wie die Schule, Freundschaften, Ausbildung, Arbeit oder die Beziehung unter der Mediennutzung, kann es problematisch werden. Schwierig wird es beispielsweise, wenn das Gaming zum "Problemlöser" oder das Posten zur vorrangigen Selbstwertquelle wird.

In der Beratung geht es unter Anderem darum, den Umgang mit dem Internet, Facebook, Instagram, der Konsole oder dem Smartphone zu reflektieren. Themen können hierbei sein:

  • Welche Lebensbereiche und -ziele sind mir wichtig?
  • Wie passen diese mit meinem aktuellen Medienkonsum zusammen?
  • Welche guten oder negativen Seiten hat der Medienkonsum für mich?
  • Möchte ich etwas verändern? Und wenn ja, wie?

Zum anderen richtet sich die Beratung an Eltern und andere wichtige Bezugspersonen. Themen können hierbei die Kommunikation über Medien, gemeinsame Erarbeitung von Regeln und die Stärkung der elterlichen Rolle sein. Wichtige Fragen sind auch: "Was reizt mein Kind so sehr daran?", "Welche positiven Auswirkungen gibt es?" und "Was ist eigentlich problematisch?".

Präventionsansatz

Für Präventionsangebote sorgt Interface Extended mit dem blauen Methodenrucksack. Darin befindet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Teilnehmer für die eigene Mediennutzung zu sensibilisieren und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen. Besonders für Schulklassen und Jugendgruppen ist der überwiegend interaktive Anteil in diesem Rucksack sehr spannend.

Ein weiteres Angebot stellt die Schulung von Kindern und Jugendlichen als Multiplikatoren dar. Nach einer mehrtägigen Fortbildung zu Medienscouts können sie im Anschluss ihre Mitschüler selbst beraten und somit einen wichtigen Teil zur breiten Vernetzung beitragen.

Haben wir Ihr Interesse an einem Beratungs- oder Präventionsangebot geweckt? Gerne informieren wir Sie ausführlicher über dieses Projekt und vereinbaren einen Termin mit Ihnen!

Link zum Selbsttest unter: www.ins-netz-gehen.de 

Quellen:

Orth, B. (2017). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015. Teilband Computerspiele und Internet. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Frees, Beate/ Koch, Wolfgang (2018): ARD/ZDF-Onlinestudie 2018: Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation. Media Perspektiven 9/2018