Caritas im Dienst am Nächsten

28.09.2020 // Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung des Caritasverbandes Steinfurt e.V. nahmen die Delegierten aus den sieben Mitgliedspfarreien und die weiteren Mitglieder die Berichterstattung über die wesentlichen Entwicklungen und wirtschaftlichen Ergebnisse des vergangenen Jahres entgegen.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Delegiertenversammlung in der großen St. Marien-Kirche in Ochtrup statt (von links): Geschäftsführer Gregor Wortmann, Pfarrdechant Johannes Büll (Vorsitzender des Caritasverbandes), Pfarrer Stefan Hörstrup (Vorsitzender des Caritasrates), Geschäftsführer Burkhard Baumann.

Der Vorsitzende des Caritasverbandes, Pfarrdechant Johannes Büll, begrüßte die Delegierten und zeigte sich erfreut darüber, dass die Caritas-Versammlung - "corona-konform, aber auch ganz bewusst" - in der St. Marien-Kirche in Ochtrup stattfinden konnte, denn damit werde klar, "dass Gottesdienst und Dienst am Nächsten für uns Christen untrennbar zusammen gehören und Teil unseres ganz konkreten und handfesten Glaubensbekennens sind". Für den besonderen Einsatz der Mitarbeitenden während der Corona-Zeit drückte der Vorsitzende seinen herzlichen Dank aus: "Durch ihren Einsatz ist deutlich geworden, dass wir unseren Leitsatz 'Der Mensch zuerst' zurecht führen."

Die beiden Geschäftsführer des Caritasverbandes Steinfurt, Gregor Wortmann und Burkhard Baumann, resümierten das Geschäftsjahr 2019 und stellten inhaltliche Schwerpunkte der Verbandsarbeit vor. Darüber hinaus gingen sie auf die Folgen ein, die die Corona-Pandemie auf die Einrichtungen und Diensten des Caritasverbandes im laufenden Jahr 2020 hatte und weiterhin hat. Von besonderem Interesse war auch der geplante Neubau der Geschäftsstelle gegenüber der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Steinfurt-Borghorst, für den aktuell ein Verfahren zur Findung eines Architekturbüros durchgeführt wird.

"Die Einrichtungen und Dienste der Behinderhilfe waren ab März in unterschiedlicher Ausprägung von Schließungen beziehungsweise Betretungsverboten betroffen", berichtete Gregor Wortmann über die Corona-Zeit für die Tectum Caritas. "Für die Menschen mit Behinderungen als Bewohner, Beschäftigte, Klienten und Schüler waren diese Maßnahmen natürlich einschneidend." Die große Solidarität und ein sehr guter Zusammenhalt in der Caritas seien in der Krise spürbar gewesen. Nun sind fast alle Dienste der Tectum Caritas - unter den entsprechenden Corona-Bedingungen - wieder im Vollbetrieb tätig. "Insgesamt dürfen wir festhalten, dass wir bisher recht gut durch die Krise gekommen sind und wir hoffen natürlich auf eine Fortsetzung dieses ermutigenden Verlaufs", so das Fazit von Wortmann.

Zudem berichtete der Geschäftsführer über die Entwicklungen in den Einrichtungen und Diensten der Tectum Caritas. Insbesondere wies er auf strukturelle Änderungen innerhalb der Tectum hin, nämlich die Einführung von Bereichsleitungen im Bereich der Angebote für Kinder und des Wohnens, die aus Gründen der Organisationsentwicklung notwendig geworden sind. Besonders freute sich Gregor Wortmann, dass die Inbetriebnahme der Wohnstätte Altenberge - corona-bedingt um zwei Monate verzögert - im Juni erfolgreich umgesetzt werden konnte. "Nach drei Monaten kommt die Einrichtung mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern nun langsam im Alltag an."

Von den Entwicklungen in der Domus Caritas für den Bereich der Altenhilfe und der offenen Sozialarbeit des Caritasverbandes berichtete Geschäftsführer Burkhard Baumann. "Die Corona-Pandemie hatte natürlich auch in der Altenhilfe erhebliche Auswirkungen - bei der Umstellung auf den Krisenmodus und dem Leben in und mit der Pandemie in den Einrichtungen", erklärte Baumann. Insbesondere stellte er noch einmal den Krisenverlauf dar, den die Pandemie im St. Ida-Haus in Metelen im April dieses Jahres genommen hat. Dabei sind elf Bewohnerinnen und Bewohner im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben. "Ansonsten können wir von einem großen Glück sprechen, dass die Folgen der Pandemie in allen anderen Einrichtungen glimpflich verlaufen sind", so Baumann. Aktuell geht es in den Einrichtungen der Domus um die Nachbearbeitung der ersten Welle und die Vorbereitung auf eine mögliche, zweite Welle der Corona-Pandemie.

"Weiterhin gibt es im ambulanten Bereich ein enormes Wachstum, dem wir mit einer gelungenen Personalanpassung entsprechen konnten", fuhr Burkhard Baumann mit den Entwicklungen des vergangenen Jahres fort. Der Brandschutz in den Häusern sowie die Einführung einer EDV-gestützten Pflegeplanung, Dokumentation und Abrechnung waren übergreifende Themen in der Domus Caritas. "Mit dem ersten Spatenstich im Februar 2020 und dem Richtfest im Juli 2020 geht es mit der neuen Tagespflege-Einrichtung in Horstmar gut voran", freute sich der Geschäftsführer.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten auch in der offenen Sozialarbeit des Caritasverbandes Termine mit Klientinnen und Klienten im Betreuungsverein, der Familienberatung bei Trennung und Scheidung und der Suchtberatung anfänglich nur telefonisch oder per E-Mail und später - unter den Auflagen des Hygienekonzeptes - wieder persönlich durchgeführt werden. Vor allem in der Suchtberatung führten diese mangelnden Kontaktmöglichkeiten zu Einsamkeit und Isolation und damit zu einem erhöhten Risiko der Rückfälligkeit. Daher wurden bei akuten Krisen die Präsenzberatungen in einem dafür angepassten Beratungsraum oder draußen - zum Beispiel im Park - entsprechend fortgeführt.

Auch die Gemeindecaritas war von der Corona-Pandemie stark betroffen, berichtete Gemeindecaritas-Leiterin Annika Koke. So konnte etwa die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer zeitweise nur telefonisch oder per E-Mail erreicht werden. Darüber hinaus gab Annika Koke einen Überblick über die Aktivitäten der Gemeindecaritas im vergangenen Jahr, insbesondere die Gruppenarbeit mit Geflüchteten, der interreligiöse Dialog und die Förderung des Ehrenamts etwa bei der Weiterentwicklung des Offenen Ohrs in Ochtrup. Perspektivisch soll künftig eine Online-Börse für die zielgenaue Vermittlung von Ehrenamtlichen eingerichtet werden.

Dominik Mielert-Reiners von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Solidaris-Revisions GmbH" informierte die Delegiertenversammlung über die wirtschaftliche Entwicklung des Caritasverbandes und seiner Tochtergesellschaften, der Domus Caritas gGmbH (Altenhilfe) und der Tectum Caritas gGmbH (Behinderhilfe). Für den Jahresabschluss wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Auch Pfarrer Stefan Hörstrup, der Vorsitzende des für Beratung und Kontrolle der Vereinsorgane zuständigen Caritasrates, bestätigte die einwandfreie Arbeit von Vorstand und Geschäftsführung.

Der Caritasverband Steinfurt e.V. sowie seine Tochtergesellschaften, Domus Caritas gGmbH und Tectum Caritas gGmbH, versorgen in der Region rund 3.200 Klientinnen und Klienten. Schwerpunkte der Arbeit sind die Bereiche Altenhilfe und Behindertenhilfe mit ambulanten und stationären Angeboten. Rund 1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind beruflich für den Caritasverband tätig. Unterstützend engagieren sich zahlreiche Menschen ehrenamtlich in den verschiedenen Bereichen.

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