Schutzkonzept gegen Übergriffe und sexualisierte Gewalt

Annika Koke (dritte von links) und Burkhard Baumann (zweiter von links) freuen sich zusammen mit Adelheid Große Thier (erste von links, Familienberatung), Ewald Brinker (zweiter von rechts, Suchtberatung) sowie Laura Wolf (rechts, Betreuungsverein) über die Fertigstellung des Schutzkonzeptes für die ambulanten Dienste des Caritasverbandes Steinfurt.

Der Caritasverband Steinfurt e.V. hat für seine ambulanten Beratungsdienste ein Schutzkonzept entwickelt, das Übergriffen und sexualisierter Gewalt vorbeugen soll. Dabei nimmt das Konzept das Verhalten sowohl der hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes als auch ehrenamtlich Mitarbeitender in den Blick. Die Ambulanten Beratungsdienste umfassen die Sucht- und Drogenberatung, die Familienberatung bei Trennung und Scheidung, den Betreuungsverein sowie den Fachbereich Gemeindecaritas mit der Migrationsberatung für Erwachsene.

"Mit diesem Schutzkonzept formulieren wir den Rahmen für alle Begegnungen und Beziehungen in unseren verschiedenen Beratungsdiensten, der allgemeine Gültigkeit hat und von allen Mitarbeitenden zu beachten ist", erklärt Geschäftsführer Burkhard Baumann. "Außerdem beinhaltet dieses Schutzkonzept konkrete Verhaltensregeln im sogenannten Verhaltenskodex, Handlungsempfehlungen und Hinweise auf Ansprechpersonen, die weiterhelfen können", ergänzt Gemeindecaritas-Leiterin und Präventionsfachkraft Annika Koke.

Der Erstellung des Schutzkonzeptes war eine kritische Betrachtung möglicher Risikosituationen im Alltag der Mitarbeitenden vorausgegangen, um angemessene Maßnahmen der Fortbildung, aber auch Regeln für die Gestaltung von Nähe und Distanz, die Sprache und Wortwahl, die Beachtung der Intimsphäre oder auch die Zulässigkeit von Geschenken und den Umgang bei der Nutzung der sozialen Netzwerke im Internet zu entwickeln, mit dem übergeordneten Ziel, Tätern keinen Raum zu bieten. "Aktuelle Ereignisse zeigen leider immer wieder, wie wichtig es ist, für das Thema sexualisierte Gewalt und Übergriffe sensibilisiert, handlungs- und gesprächsfähig zu sein", sind sich Geschäftsführer und Präventionsfachkraft einig.

Das Schutzkonzept sowie die Präventionsordnung des Bistums Münster werden allen Mitarbeitenden in den ambulanten Beratungsdiensten ausgehändigt, und der Verhaltenskodex muss von jedem unterzeichnet werden. Zudem absolvieren alle Mitarbeitenden eine Intensivschulung, die im Abstand von fünf Jahren aufgefrischt werden muss. "Selbstverständlich werden alle neuen Mitarbeitenden zeitnah in das Schutzkonzept eingewiesen. Diese müssen ebenfalls dem Verhaltenskodex zustimmen und unterschreiben", so Koke.

"Wir sind sehr froh, dass wir dieses Konzept nun in einem intensiven Prozess für die offenen Beratungsdienste des Caritasverbandes erstellt haben", erklärt Burkhard Baumann. Mit Zustimmung der Geschäftsführung und der Mitarbeitervertretung ist das Schutzkonzept nun in Kraft gesetzt worden.

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