CaritasZeit: Gemeinsam Heimat gestalten

Professorin Dr. Sabine Schäper
Bewohner aus den Einrichtungen erklärten, was für sie Heimat ist.
Eine Vielzahl an Nutzern der Caritas-Angebote und ihre Angehörigen, Mitarbeitende aus Einrichtungen und Diensten des Caritasverbandes sowie Vertreter der Kirchen, aus Politik und Verwaltung waren gekommen.
Das Vorbereitungsteam der CaritasZeit (von links): Benedikt Oestreich, Karin Lamboury und Lisa Heuvers, mit der Referentin, Professorin Dr. Sabine Schäper, und Geschäftsführer Gregor Wortmann

Angelehnt an das Jahresthema des Deutschen Caritasverbandes "Zusammen sind wir Heimat" beschäftigte sich der Caritasverband Steinfurt im Rahmen seines Fachforums "CaritasZeit" mit der Fragestellung, wie in seinen Einrichtungen und Diensten Heimat gestaltet werden kann. Bereits zum sechsten Mal fand dieses Forum - dieses Mal im Caritaskindergarten "Don Bosco" in Steinfurt-Borghorst - statt, zu dem neben den Nutzern der Caritas-Angebote und ihren Angehörigen zahlreiche Mitarbeitende aus Einrichtungen und Diensten des Caritasverbandes und Vertreter der Kirchen, aus Politik und Verwaltung gekommen waren.

Professorin Dr. Sabine Schäper von der Katholischen Hochschule in Münster definierte in ihrem Fachvortrag Heimat als einen Sehnsuchtsbegriff des Menschen, der unter anderem mit den menschlichen Bedürfnissen nach Identität, Gemeinsinn und "echten" Resonanz-Beziehungen verknüpft sei. Auch Begriffe aus der UN-Behindertenrechtskonvention wie Anerkennung, Zugehörigkeit und Teilhabe ließen sich als Recht behinderter Menschen auf Beheimatung lesen. Auch in der Bibel sei Heimat ein wichtiger Begriff, handele doch gerade das Alte Testament an verschiedenen Stellen vom Verlust der Heimat.

Der Caritasverband mit seinen Diensten und Einrichtungen habe die Aufgabe, seinen Nutzern eine Heimat anzubieten, und zwar dadurch, die Vielfalt von Menschen mit Behinderung als Chance für das Zusammenleben zu begreifen und Partizipation in seinen Einrichtungen zu ermöglichen und dabei immer wieder vermeintliche Grenzen zu überschreiten, so Professorin Schäper. "Seien Sie Vorreiter bei der Umsetzung der Rahmenbedingungen, dem Bundesteilhabegesetz!" ermunterte die Referentin die Verantwortlichen im Caritasverband.

In ihren Statements erklärten Mitarbeitende aus den Diensten und Einrichtungen der Tectum Caritas, wie Heimat von den Nutzern erlebt wird. So bietet etwa der Familienunterstützende Dienst eine Form von Heimat bei der Freizeitgestaltung und beim Lösen von Problemen, während in der Frühförder- und Beratungsstelle vertrauensvolle Beziehungen zu den Familien Grundlage der Zusammenarbeit und damit auch der Beheimatung ist. Auch in der St.-Elisabeth-Schule erleben die Schülerinnen und Schüler eine Form von Zuhause-sein durch die guten Beziehungen zu ihren Lehrern und die Unterstützung, die sie brauchen, während in den Wohnheimen der eigene Wohnraum aber auch die verständnisvolle Gemeinschaft mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern und den Mitarbeitenden Heimat bedeutet.

Gregor Wortmann, Geschäftsführer des Caritasverbandes Steinfurt, freute sich über die gelungene Veranstaltung. "Aufgrund unserer Anwaltsfunktion für die Menschen, die unsere Einrichtungen und Dienste in Anspruch nehmen, kommt es immer darauf an, die qualitätsbestimmenden Faktoren unserer Angebote im Blick zu halten und zu verbessern." Wenn die Veranstaltung einige Fragen in Bezug auf Heimat und Zuhause für das große Gebiet der Eingliederungshilfe beantwortet habe, sei ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote geleistet worden.

Statement von Britta Heckmann vom Caritaskindergarten "Don Bosco": "Wir verstehen Heimat so, dass alle sich immer willkommen und angenommen fühlen, dass wir Geborgenheit und Nestwärme geben, und dass jeder und jede, so sein darf, wie er oder sie ist."

Statement von Erika Heinendirk von den Caritaswerkstätten Langenhorst: "Wir schaffen es, Heimat für Menschen zu sein, indem wir verlässliche Partner sind. Wir haben Strukturen, Werte und Mitarbeiter, die die Menschen dabei unterstützen, nach ihren individuellen Möglichkeiten selbstständig zu leben und zu arbeiten; so verstehen wir unseren Auftrag als Caritas-Einrichtung."