Caritas gut gerüstet für neues Prüfverfahren

27.12.2018 // Münster hat neuen "Pflege-TÜV" mit erarbeitet / 80 Schulungstage für 205 Altenheime / Entwicklung statt Dokumentation entscheidend

Bei allen Bewohnern wird künftig geschaut, wie sich ihr Befinden im Laufe des Wohnens im Altenheim entwickelt, um die Qualität der Pflege zu beurteilen. (Foto: Harald Westbeld / Caritas Münster)

Münster (cpm). Wenn im kommenden Jahr der neue "Pflege-TÜV" die ungeliebten Pflegenoten ablöst, sehen sich die 205 Altenheime der Caritas in der Diözese Münster gut vorbereitet. Mehr als die Hälfte von ihnen haben das neue Verfahren im Projekt "Ergebnisqualität Münster" (EQMS) schon über Jahre mit dem Bielefelder Pflegewissenschaftler Dr. Klaus Wingenfeld erarbeitet und getestet. Statt auf die Güte der Dokumentation wird künftig auf die Entwicklung aller Bewohner in einer Einrichtung geschaut. Die Ergebnisse werden unter den Altenheimen verglichen. Unterdurchschnittliche Werte geben unmittelbar Hinweise, was verbessert werden muss. Ein Vergleich ist auch zwischen Wohngruppen innerhalb eines Altenheims möglich.

Erfolgreich lief jetzt eine Prüfsimulation in drei Einrichtungen in Rosendahl-Osterwick, Havixbeck und Dinslaken. Der Diözesancaritasverband hat bereits mit der Ausbildung von Pflegeprozessmanagern begonnen, die die Ergebnisse aus der neuen Prüfmethode nutzen sollen, "um die Qualität kontinuierlich zu verbessern", erklärt Projektleiterin Natalie Albert. Im kommenden Jahr plant sie für die Einführung der "Indikatorenprüfung" weitere 80 Schulungstage ein.

Ab dem 1. November 2019 werden die MDK-Prüfer mit den ersten Prüfungen nach neuem Verfahren beginnen. Innerhalb eines Jahres müssen dann alle Einrichtungen erfasst sein. "Der MDK wird viel pflegefachlicher vorgehen müssen", erklärt Albert. Es werden auch nicht mehr zufällig ausgewählte Bewohner begutachtet, sondern sie werden nach Kriterien ausgewählt werden. Zudem wird die Entwicklung aller Bewohner erfasst.

Trotz des nicht unerheblichen Aufwands "freuen sich unsere Altenheime auf das neue Verfahren", sagt Natalie Albert. Sie würden künftig deutlich stärker in ihrer Fachlichkeit wahrgenommen und nicht für Flüchtigkeitsfehler in der Dokumentation mit einer schlechten Note bestraft. Albert ist auch überzeugt, dass durch den ständigen Vergleich untereinander Fehlentwicklungen schnell entdeckt und die Qualität stetig verbessert werden kann. Ihre umfassenden Erfahrungen aus dem Projekt EQMS sind gefragt. Bundesweit wird Natalie Albert derzeit eingeladen zu Vorträgen und Schulungen.

083-2018 (hgw) 27. Dezember 2018

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